Die CDU Döhren-Wülfel lehnt den Bau des geplanten Logistikzentrums am Kronsberg ab. Nach Sichtung der städtischen Gutachten, Gesprächen mit Anwohnern und Experten sowie eigenen Recherchen haben die Döhrener Christdemokraten die Vor- und Nachteile des Bauvorhabens ausführlich diskutiert, abgewogen und kamen letztendlich zum Schluss, dass die negativen Aspekte des Bauvorhabens überwiegen.

„Durch den Betrieb des Logistikzentrums werden sicher Arbeitsplätze geschaffen, jedoch kann dieses kein Totschlagargument hinsichtlich der zahlreichen Bedenken und negativen Auswirkungen sein“, so Matthias Wiesner, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Döhren-Wülfel. „Wir lehnen ein derartiges Distributionszentrum grundsätzlich nicht ab, jedoch an ganz klar an der derzeit geplanten Stelle“ stellt Wiesner klar.

So könne das zur Bebauung vorgesehene Gebiet an der Emmy-Noether-Allee bereits jetzt durch den bestehenden Flächennutzungsplan gewerblich genutzt werden. „Die gezielte Ansiedelung von kleineren Betrieben mit geringeren, negativen Auswirkungen könnte in der Summe sicherlich ebenso viele Arbeitsplätze und Steuern für die Stadt Hannover bringen. Zudem würden diese Firmen gewiss hochwertigere und besser entlohnte Arbeitsplätze schaffen, als das im Gespräch befindliche Logistikunternehmen“ so Wiesner weiter.

„Das Unternehmen muss außerdem ja nicht gänzlich für die Region Hannover verloren gehen“ betont Wiesner. „Das Logistikflächenkonzept 2020 der Region Hannover sieht allein in der näheren Umgebung, u. a. in Laatzen-Ost und Anderten/Höver/Ahlten, mehrere Flächen vor, die sich für eine derartige Nutzung wesentlich besser eignen“.

Gabriele Jakob, Vorsitzende der CDU-Fraktion im Stadtbezirksrat Döhren-Wülfel spricht sich ebenfalls gegen das Vorhaben aus. „Die geplante Halle befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung und dem viel genutzten Kattenbrookpark. Neben den erheblichen Lärmbeeinträchtigungen wird auch das Verkehrsaufkommen in den angrenzenden, kinderreichen Stadtteilen stark zunehmen“ ist sich Jakob sicher. Zudem zerstöre die meterhohe, hässliche Lärmschutzwand rund um den nördlichen Teil der Halle das gesamte Landschaftsbild des Kronsberges. Eine weitere, erfolgreiche Erschließung der südlichen Bauabschnitte der preisgekrönten Ökosiedlung sei so nur schwer verstellbar.

Um sich einen Eindruck von den Ausmaßen und dem Verkehrsaufkommen einer derartigen Halle zu machen, ist Jakob mit anderen Interessierten u. a. eigens nach Bad Hersfeld gefahren, wo das Logistikunternehmen bereits ein derartiges Distributionszentrum betreibt.

Die CDU-Fraktion hat außerdem zahlreiche Bedenken zu negativen, ökologischen Auswirkungen. Diese seien, wie auch der BUND bestätigt, entgegen der Gutachten der Stadt durchaus angebracht. „Das ganze Projekt ist umweltpolitisch eine Sünde und städtebaulich ein Skandal! Mögliche ökologische Schäden, wie ein Austrocknen des Seelhorster Waldes und der Eilenriede durch einen gesunkenen Grundwasserspiegel, lassen sich nicht ausgleichen, indem man einfach eine Solaranlage auf das Hallendach stellt oder Jobtickets an die Mitarbeiter verteilt. Diese Milchmädchenrechnung von Rot-Grün geht nicht auf!“ stellt Jakob klar.

Die CDU hat das Vorhaben daher in der jüngsten Sitzung des Stadtbezirksrats Döhren-Wülfel abgelehnt. „Wir werden das Projekt auch weiterhin im Sinne der betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner kritisch begleiten und uns für sie einsetzen“ so Jakob abschließend.

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